Der 2024 Annual Progress Report des Carbon Markets Office Ghana, veröffentlicht im März 2025, zeigt vor allem eines: Ghana hat 2024 den Übergang von der Schaffung politischer und institutioneller Grundlagen hin zur konkreten Umsetzung von Artikel-6-Aktivitäten vorangetrieben. Gleichzeitig befindet sich ein grosser Teil der Projekte weiterhin in der Entwicklung, Validierung oder Prüfung.
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Der aktuelle Fortschrittsbericht des Carbon Markets Office Ghana zeigt, wie sich Ghana im Jahr 2024 im internationalen Kohlenstoffmarkt positioniert hat. Die zentrale Erkenntnis lautet: Ghana hat die politischen, rechtlichen und institutionellen Voraussetzungen für die Umsetzung von Artikel 6 deutlich ausgebaut. Nun beginnt die entscheidende Phase, in der aus Projektplänen tatsächlich verifizierte Emissionsverminderungen, Investitionen und Entwicklungswirkungen entstehen müssen.
Die wichtigsten Zahlen
Die Projektpipeline ist inzwischen beachtlich: Ende 2024 umfasste sie 68 Projektanträge mit einem theoretischen Potenzial von 402 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten. Drei Aktivitäten waren bereits autorisiert. Das dafür genehmigte Volumen betrug insgesamt 5,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.
Rechtlicher und institutioneller Rahmen
Ein wichtiger Meilenstein ist der Environmental Protection Act 1124. Er schafft die gesetzliche Grundlage für den internationalen Kohlenstoffmarkt in Ghana. Darin werden unter anderem das Ghana Carbon Registry, ein Carbon Market Committee und ein Mitigation Fund verankert.
Das Carbon Markets Office übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Es prüft Autorisierungsgesuche, verwaltet das Register, begleitet die Entwicklung von Aktivitäten und stellt die Verbindung zwischen den Projekten, der nationalen Klimabilanz und Ghanas NDC sicher.
Ghana hat damit nicht nur einzelne Projekte aufgebaut, sondern schrittweise ein nationales Gesamtsystem für Artikel 6 geschaffen. Zu den nächsten Aufgaben gehören die weitere Operationalisierung der gesetzlichen Bestimmungen und die Verbesserung der Interoperabilität des Registers.
Projektpipeline und Technologien
Die Pipeline deckt ein breites Spektrum von Technologien ab. Den grössten Anteil bildet Clean Cooking: 39 Prozent der Projektanträge betreffen saubere oder effizientere Kochtechnologien. Insgesamt sollen die entsprechenden Vorhaben bis 2030 rund 9,1 Millionen Kochherde verbreiten.
Naturbasierte Lösungen bilden mit 27 Prozent die zweitgrösste Gruppe. Dazu gehören Aufforstung, Agroforstwirtschaft, Bodenregeneration, Mangroven und nachhaltiger Reisanbau. Weitere Schwerpunkte sind Solarenergie, Biogas, grüne Kühlung und Elektromobilität.
Die Zielgrössen sind beträchtlich: Die Pipeline umfasst Vorhaben für rund 120’160 Elektrofahrzeuge, etwa 338 Megawatt Solarleistung und naturbasierte Aktivitäten auf rund 422’500 Hektaren.
Gleichzeitig befinden sich die meisten Aktivitäten noch in frühen Phasen. Ende 2024 waren zwei Projekte im Monitoring, eines in der Prüfung, eines beim Autorisierungsgesuch und sieben in der Validierung. Die Mehrheit befand sich noch in der Entwicklung, im Review oder im Onboarding.
Bedeutung für die Stiftung KliK
Die bilaterale Kooperation zwischen Ghana und der Schweiz ist im Bericht die am weitesten fortgeschrittene Zusammenarbeit. Unter diesem Abkommen werden 14 Aktivitäten entwickelt – zwölf davon im Portfolio der Stiftung KliK und zwei mit Unterstützung von UNDP.
Für die zwölf Aktivitäten der Stiftung KliK erwartet der Bericht bis 2030 etwa acht Millionen ITMOs. Das vorgesehene, ergebnisabhängige Budget für deren Lieferung liegt bei rund 250 bis 300 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus könnten die Programme direkte Investitionen von etwa 500 bis 850 Millionen US-Dollar mobilisieren und ungefähr 5’000 Arbeitsplätze schaffen.
Diese Zahlen sind jedoch als erwartete beziehungsweise potenzielle Wirkungen zu verstehen. Der Bericht weist selbst darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse von der erfolgreichen Umsetzung der einzelnen Programme abhängen.